Gesundheitstipp: Maronen

Jetzt werden wieder überall an den Straßenecken – vor allem demnächst auf den zahllosen Weihnachtsmärkten – heiße Maronen angeboten. Das ist das Zeichen, daß wir dem Winter entgegen gehen und daß die Adventzeit nahe ist. Viele tragen jetzt sorgsam ihre Papiertüten mit den heißen Maronen in Händen, wärmen sich die kalten Finger daran, essen davon und wissen vermutlich gar nicht, daß sie damit sehr viel für ihre Gesundheit tun.

Maronen sind voller Inhaltsstoffe

Die Maronen – auch Edelkastanien genannt – haben enorm viele wertvolle Inhaltstoffe. Wenn wir so eine Tüte voll essen, dann ist das, als hätten wir ein ausgewogenes Menü der Vollwertkost mit 5 Gängen zu uns genommen.

Maronen enthalten hochwertiges Eiweiß. Sie haben weniger Fett als Nüsse. Und sie sind reich an den Mineralstoffen und Spurenelementen Kalium, Calcium, Phosphor, Schwefel, Eisen, Magnesium, Kupfer, Mangan. Maronen enthalten aber auch die Vitamine E, C, sämtliche B-Vitamine und das Provitamin A Betacarotin. Aus all diesen Substanzen ist schon zu erkennen: Wenn ich das sonst alles aus der Nahrung aufnehmen will, muß ich Gemüse, Obst, Fleisch oder Fisch essen. Darum ersetzt so eine Tüte Maronen eine komplette Mahlzeit. Und man ist danach auch richtig satt.

Die Maronen haben sehr viel Kalorien. Man kann sie dennoch mit bestem Gewissen empfehlen. Zugegeben: 100 Gramm Maronen liefern etwa 220 Kalorien. Man muß damit richtig umgehen. Wenn so eine Tüte ein Mahlzeit ersetzt, dann sollte man die Maronen anstelle einer Mahlzeit essen und nicht hinterher extra oder zwischendurch.

Wo ordnet man die Edelkastanie eigentlich ein? Ist das ein Obst,ein Gemüse? Maronen sind Nüsse, die aber wie Gemüse gegessen werden. Man kann sie nicht roh verzehren. Sie müssen erhitzt werden: geröstet oder gekocht. Nur dann kann die Stärke aufgeschlossen werden, sodaß wir sie verdauen können. Man muß aber auch betonen: Heiße Maronen sind besonders leicht verdaulich. Wer abends auf viele Speisen Magendrücken bekommt und schlecht einschläft, der sollte abends Maronen essen. Er wird danach keine Beschwerden haben.

Maronen – ein Grundnahrungsmittel

Woher kommen die Maronen? Der Edelkastanien-Baum stammt aus Kleinasien. Die Maronen wurden von vielen Dichtern der Antike besungen. Man hat damals die gebratenen Maronen mit Äpfeln und Quark oder zum Wein gegessen. Karl der Große hat den Anbau von Edelkastanien-Bäumen sehr gefördert. Um das Jahr 800 wurden von vielen Klöstern Edelkastanien-Bäume gepflanzt.

Bis die Kartoffeln aus Amerika nach Europa gebracht wurden, waren Maronen für eine breite Bevölkerungsschicht ein unentbehrliches Grund-Nahrungsmittel. Man hat die Maronen als Einlage in der Suppe gegessen, zum Gemüse, zum Fleisch. Man hat mit dem Maronen-Mehl – also mit gemahlenen Maronen – Brot gebacken.

Man hat die Maronen aber auch als Kraftfutter für die Tiere verwendet. Heute noch schmeckt der weltberühmte italienische Carrara-Schinken aus den Marmor-Bergen von Carrara in der Toskana so gut, weil die Schweine mit Maronen gefüttert werden. Denn dort gibt es massenweise Kastanien-Bäume.

Maronen stärken die Nerven

Aber, wie gesagt: Als dann die Kartoffeln bei uns populär wurden, sind die Maronen in Vergessenheit geraten.

Maronen-Essen macht an kalten Wintertagen nicht nur warm. Es bringt sehr viel für unsere Gesundheit:

  • Maronen stärken die Nerven, können uns bei geistiger und körperlicher Erschöpfung wieder aufbauen. Das ist den B- Vitaminen und dem Phosphor zu verdanken. Wer sehr viel geistige arbeiten muß, der sollte – etwa vor Prüfungen – neben sich immer Maronen liegen haben und immer wieder eine knabbern.
  • Maronen sind ein ideales Essen am Abend. Sie sind leicht verdaulich. Und sie enthalten interessante Mengen von der Aminosäure Tryptophan. Sie bringt Entspannung und Einschlaf-Bereitschaft.
  • Wer viel Fleisch ißt, sollte regelmäßig Maronen genießen. Maronen sind reich an basischen Mikronährstoffen und helfen einen Säuren-Überschuß im Körper abbauen. Unsere Nahrung ist meistens ohnehin übersäuert. Rheuma-Kranke sollten regelmäßig Maronen essen.

Maronen gegen Blutarmut

  • Wer oft an Aufstoßen leidet, ein Völlegfühl hat, sollte einfach ein paar Maronen essen.
  • Maronen bauen den Organismus so richtig auf: Wer krank war, erholt sich besser, kommt schneller wieder zu Kräften. Eine ideale Nahrung nach Operationen, nach streßreichen Tagen.
  • Maronen helfen bei Blutarmut.

Die Kombination von Calcium und Phosphor in der Edelkastanie stärkt ganz besonders die Knochen und die Zähne. Daher sind Maronen für Kinder, Jugendliche und Senioren besonders geeignet.

In der Naturmedizin werden bei Krampfadern und anderen Venenproblemen sehr oft Präparate mit den Wirkstoffen der Roßkastanie eingestetzt. Diese Wirkstoffe sind auch in der Edelkastanie enthalten. Auch die Edelkastanie kann sinnvoll gegen Venen-Probleme eingesetzt werden. Der Hauptwirkstoff, der dafür verantwortlich ist, heißt Rutin und ist ein Bioflavonoid, das man früher fälschlicherweise als Vitamin P bezeichnet hat. Außerdem sind in der Edelkastanie noch weitere, nicht analysierte Substanzen nachzuweisen, welche das Blut flüssiger machen, welche die Venen-Wände stärken und Entzündungen in den Venen vorbeugen. Wer also im Beruf viel stehen muß, wer zu Venen-Problemen neigt, der sollte die Maronen-Zeit nützen.

Aus diesem Grund raten viele Gynäkologen auch schwangeren Frauen, Maronen zu essen. Das kann sich positiv auf die Entbindung auswirken und nimmt der werdenden Mutter Bein-Beschwerden.

Es könnte manchem langweilig werden, immer nur heiße Maronen aus der Tüte auf der Straße zu essen. Es gibt allerdings viele Möglichkeiten, Maronen zu genießen und ihre gesundheitlichen Vorteile zu nützen: Man bekommt in manchen Reformhäusern Edelkastanien-Mehl zu kaufen, kann daraus Brot und Kuchen backen. Man kann Maronen in der Suppe kochen. Sehr begehrt sind Maronen, wenn sie mit der Weihnachts-Gans mitgebraten werden. Man kann sie in der Gans, in der Ente und im Huhn mit Äpfel, Kräutern, vor allem mit Salbei mitbraten. Maronen passen gut als Beilage zu Rotkraut, Spinat, aber auch zum Wild. Außerdem kann man rohe Maronen zu Hause auch im Backrohr rösten und mit Birnen und Äpfel zum Wein servieren.

Manche kriegen die Maronen zuhause nicht weich. Da gibt es einen Trick: Man schält die Maronen in rohem Zustand und gibt sie in den Dampftopf. Da werden sie butterweich. (Quelle: Bankhofer Gesundheitstipps)

Laut chinesischer Medizin stärkt die Esskastanie schwache Hüften und Beine (bei alten Menschen und Kleinkindern und dadurch bedingtem verspäteten Laufenlernen). Sie stärkt den Stoffwechsel bei Durchfall und Magenbeschwerden,  stillt Blutungen bei inneren und äusseren Verletzungen, Schwellungen und Venenbeschwerden und kräftigt Muskeln und Sehnen.

Temperaturverhalten: warm

Geschmack: süß

Meridianbezug: Milz/Pankreas und Magen, Nieren

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